Der Handpan Anfänger Guide - Teil 3: Reisen mit der Handpan

Der Handpan Anfänger Guide - Teil 3: Reisen mit der Handpan

Welche Reise war für Sie besonders inspirierend und warum?

Rafael: Acht Jahre lang bin ich mit der Handpan nonstop um die Welt gereist und habe über 40 Länder besucht. In dieser Zeit habe ich viel auf der Straße oder in der Natur gespielt. Aber auch richtige Konzerte gehörten dazu. Jedes Land und jede Kultur hat ihre ganz eigenen Gegebenheiten, eine einzigartige Natur mit ihrer Flora und Fauna und Menschen mit ihrer eigenen Mentalität. Deshalb glaube ich, dass jede dieser Reisen mich und meine Musik auf ihre Weise inspiriert und geprägt hat.

Warum gehen Reisen und Handpan Hand in Hand?

Rafael: Reisen mit der Handpan ist etwas ganz Besonderes. Meiner Meinung nach passen Reisen und Handpan spielen perfekt zusammen. Durch das Spielen schenkt man den Menschen einen besonderen Moment und man lernt schnell neue Leute kennen, egal wo man ist. Dadurch entstehen oft Gespräche über Musik und es können viele Freundschaften oder Bekanntschaften entstehen. Die Seele der Menschen wird durch die einzigartigen Klänge der Handpan berührt. Sie vermittelt den Menschen etwas Vertrautes und für viele klingt die Handpan wie das Rauschen von Wasser. Die Obertöne haben eine magische und meditative Wirkung, die den Spieler berührt und in eine Art Trance versetzt. Es gibt auch eine besondere Verbindung zur Natur, die mit dem Instrument zu schwingen scheint. Die Leute sind immer noch begeistert, dieses neue Instrument zu hören und es ist leicht, ihm stundenlang zuzuhören, unabhängig davon, welche Sprache man spricht oder woher man kommt.

Welche Reisevorbereitungen sollte ich für meine Handpan treffen und was darf ich nicht vergessen?

Rafael: Beim Reisen muss man bedenken, dass die Handpan ein empfindliches Instrument ist. Vor allem Rost ist ein Thema, daher sollte man immer vorsichtig sein. Auch Edelstahl-Handpans sind nicht 100% rostfrei. Ein weiterer Risikofaktor ist die Verstimmung des Instruments, was während einer Reise zu einem ernsthaften Problem werden kann. Es ist auch eine Herausforderung, jemanden zu finden, der es schnell wieder stimmen kann. Daher sollte man gerade in der Natur auf das Wetter und Klima achten und entsprechend handeln.

Wer beruhigt reisen möchte, sollte das Instrument in einem passenden Hardcase verstauen, da es sonst unterwegs beschädigt werden kann. Von Softcases rate ich für Reisen ab. Die Erfahrung zeigt, dass immer mal etwas passieren kann. Wichtig ist auch, anderen vor dem Spielen zu erklären, wie man das Instrument richtig spielt, z.B. dass man, besonders bei nitrierten Instrumenten, keine Ringe trägt, da diese die Schutzschicht des Instruments beschädigen und es anfällig für Rost machen können.

Soll ich meine Handpan auf eine Kreuzfahrt mitnehmen?

Rafael: Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, allerdings ist Salzwasser eine besondere Herausforderung für die Handpan. Vor allem sollte darauf geachtet werden, dass keine Feuchtigkeit in das Hardcase gelangt. Außerdem ist es auf so einer Reise umso wichtiger, das Instrument nach dem Spielen trocken zu reinigen. Schließlich sollten Handpan-Spieler die salzige Meeresluft nicht unterschätzen, auch wenn es sich um Edelstahl handelt.

Welchen Ort möchtest du eines Tages besuchen?

Rafael: Einerseits möchte ich Australien und Neuseeland besuchen, andererseits Alaska. Die Natur dort möchte ich gerne erleben. Auch die Philippinen mit ihren weißen Stränden, den vielen ruhigen Orten zum Entspannen und Meditieren und den Fischen in allen möglichen Farben möchte ich gerne noch einmal besuchen. Aber solche Orte gibt es überall auf der Welt, man muss nur offen sein und sie suchen – jeder soll sein eigenes kleines Paradies finden, einen Ort, an dem er einfach abschalten kann. Für mich persönlich ist es die Natur, egal an welchem Ort. Kulturell haben mich Indien und Japan sehr beeindruckt. Wichtig ist, bereit zu sein, Neues zu entdecken.

Sollte ich mir für unterwegs eine zusätzliche Handpan kaufen?

Rafael: Manche Leute nehmen auf Reisen kleinere Instrumente mit, die nicht so schwer sind. Der Nachteil ist, dass je kleiner das Instrument ist, desto höher die Tonleiter und desto weniger Töne kann es haben. Der Vorteil ist, dass man Gewicht spart, was sicher nicht schlecht ist. Ich persönlich finde, dass es sich lohnt, ein zusätzliches Kilo mitzunehmen, um tiefere Töne zu haben und bis zu 20 Töne mitnehmen zu können. Für Reisen braucht man allerdings kein separates Instrument, das normale reicht aus.

Fliegen mit der Handpan

Was muss ich beim Fliegen mit meiner Handpan beachten und kann diese als Handgepäck mitgenommen werden oder muss sie als normales Gepäck aufgegeben werden?

Rafael: Zunächst einmal sollte man darauf achten, welche Airline man wählt. Manche kleineren Airlines erlauben das Instrument möglicherweise nicht als Handgepäck. Das sollte man vorab unbedingt prüfen, denn je nachdem, ob das Instrument oben oder unten mit anderem Gepäck verstaut wird, kann ein anderer Hartschalenkoffer erforderlich sein. Meine Empfehlung ist, halbstarre Hartschalenkoffer zu vermeiden. Es sollte ein richtiger Flugkoffer aus Fiberglas oder Kohlefaser sein. Das Instrument ist sehr empfindlich und nur einen Millimeter dick. Leider zeigt die Erfahrung, dass das Personal mit dem Gepäck nicht so sorgfältig umgeht, wie es sollte, egal ob auf den Kartons oder Koffern „zerbrechlich“ oder „vorsichtig behandeln“ steht.

Je größer die Airline und das Flugzeug, desto einfacher ist es, das Instrument mit in die Kabine zu nehmen. Beim Einchecken ist es sinnvoll, darauf hinzuweisen, dass es bisher nie Probleme gab und dass es sich um ein sehr teures Instrument handelt. Das sollte helfen, das Instrument mit an Bord zu nehmen. Manche Flugzeuge haben sogar spezielle Schränke, in denen das Instrument verstaut werden kann. In diesem Fall sollte ein normaler Hartschalenkoffer ausreichen. Daher ist meine Empfehlung, das Instrument immer mit in die Kabine zu nehmen.

Kann meine Handpan beim Fliegen verstimmt werden?

Rafael: Wenn sich das Instrument in einem halbstarren Hartschalenkoffer oder einem Softcase befindet, kann es bei unsachgemäßer Behandlung durch das Personal verstimmt werden. Dies kann auch beim Transport passieren, daher muss das Instrument gut geschützt sein. Auch hier ist meine Empfehlung, zumindest einen Hartschalenkoffer aus Fiberglas oder Kohlefaser zu verwenden.

Ist das TurtleCare Hardcase für den Transport im Flugzeug geeignet?

Rafael: Das TurtleCare Hardcase ist für den Transport als Handgepäck geeignet. Sollte die Handpan mit Hardcase zu groß sein, um in der Kabine verstaut zu werden, kann das Flugpersonal helfen, da es über große Stauschränke verfügt. Wichtig ist, das rechtzeitig anzusprechen.

Was muss ich beachten, wenn ich mehrere Handpans mitnehmen möchte?

Rafael: Zwei oder gar drei Instrumente zu transportieren ist schon anspruchsvoller. Eine Möglichkeit ist, eins als Rucksack zu tragen und die anderen beiden auf jeder Seite. Das erschwert allerdings den Transport des restlichen Gepäcks, wenn man alleine reist. Eine andere Möglichkeit ist ein Trolley, wo man die Instrumente übereinander stapeln kann, was beim Gewicht helfen würde. Bei drei Instrumenten und drei Hartschalenkoffern sind das fast 30 Kilo. Da muss man sich schon gut überlegen und seine Reise gut planen. Ich persönlich fliege auch schon mal mit drei Opsilon-Handpans und das ist sehr anstrengend, zumal man meist auch noch weiteres Gepäck wie Kleidung mitnehmen muss. Mit zwei Instrumenten ist es schon deutlich überschaubarer.

Hier ist ein Link zu Teil 2: Erste Übungen und Pflege und Teil 1: Ist der Anfang wirklich schwer?

Der fliegende Koffer von HandpanCare mit Griff und Rollen. Ideal für unterwegs mit der Handpan.

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